Sportspezifische Ziele: Spielübersicht, Handlungsschnelligkeit, richtiges Verhalten in Überzahl/Unterzahl-Situationen
Bildungsziele: Auseinandersetzung mit verschiedenen Handlungsmöglichkeiten im Umgang mit queerfeindlichen Vorfällen im Basketballkontext, Entscheidungsfindung unter Zeitdruck, Erweiterung des Fundus an Handlungsoptionen, Reflexion in der Gruppe

Aufbau
An der Seitenlinie werden auf Höhe der Mittellinie die Begriffskärtchen mit Handlungsoptionen ausgelegt
2 Bereiche für “hilfreich” und “nicht hilfreich” (z.B. mit Taktiktafeln) festgelegen
Um die pädagogischen Inhalte bestmöglich umzusetzen, empfehlen wir euch vor Trainingsbeginn unsere Didaktischen Hinweisen nochmal durchzulesen
Zu Beginn kann es hilfreich sein zu sagen, dass es bei der Zuordnung der Karten zu den Bereichen um die persönliche Einschätzung der SP geht und ob sie die Handlung in Bezug auf die Situation für sich als hilfreich oder weniger hilfreich einschätzen. Entsprechend gibt es am Ende der Übung keine Auflösung, welche der Kärtchen wo liegen sollten. Stattdessen sollte die abschließende Diskussion dahingehend moderiert werden, dass eine gemeinsame Teamhaltung entwickelt werden kann. Da ggf. nicht alle SP die Möglichkeit hatten, die gelegten Karten in Ruhe durchzulesen, ist es sinnvoll, zu Beginn der Diskussion alle Karten einmal vorzulesen und allen einen Überblick über die Zuordnung zu geben, z.B.: “Unter ‘hilfreich’ habt ihr aktuell zugeordnet… “.
Ablauf
Den SP wird zu Beginn der Übung eines der untenstehenden Beispiele queerfeindlicher Äußerungen bzw. Handlungen im Basketballkontext vorgestellt. Die Aufgabe der Übung besteht darin, Handlungsoptionen auszuwählen, die für den Umgang mit der Situation geeignet sind.
Team A ist mit Ball im Angriff und steht an der Grundlinie. Team B verteidigt und steht gegenüber von Team A auf Höhe der Freiwurflinie. Es wird auf den gegenüberliegenden Korb gespielt. Die SP von Team B bekommen Zahlen (1-5) zugewiesen.
Auf ein Signal der*des TR greift Team A an. Zugleich ruft die*der TR eine Zahl (1-5). Die*der SP des verteidigenden Teams, deren*dessen Zahl genannt wurde, läuft so schnell wie möglich zu den Handlungsoptionen an der Grundlinie (dort, wo Team A gestartet ist), nimmt eine Karte und ordnet sie einem Bereich (“hilfreich” oder “nicht hilfreich”) zu. Danach darf sie*er wieder ins Spielgeschehen eingreifen.
Ziel des angreifenden Teams ist es, die Überzahlsituation so gut wie möglich auszuspielen und einen Korb zu erzielen. Das verteidigende Team versucht in Ballbesitz zu kommen oder einen Aus-Ball zu erzwingen. Wird ein Korb erzielt oder erfolgreich verteidigt, endet der Durchgang und die Teams tauschen die Rollen.
Bei mehr als 2 Teams wird rotiert: Team A geht in die Verteidigung, Teams B hat Pause und Team C geht in den Angriff.
Dies wird so lange fortgesetzt, bis alle Handlungsoptionen zugeordnet oder die Spielzeit (max. 20 min) abgelaufen ist.
Zum Abschluss versammeln sich die TR und SP um die Kärtchen, um das Ergebnis zu besprechen. Hier kann die Einteilung der Kärtchen diskutiert sowie die konkrete Umsetzung der Handlungsstrategien besprochen werden. Im Anschluss bietet sich eine Diskussion darüber an, was das Ergebnis für eine gemeinsame Teamhaltung in Bezug auf Queerfeindlichkeit und andere Formen von Diskriminierung bedeuten kann.
Variationen
Variation 1: TR ruft nacheinander verschiedene Zahlen, die dem verteidigenden Team zugeordnet sind (1-5), um die Unterzahlsituation zu verschärfen.
Variation 2: TR ruft gleichzeitig mehrere Zahlen, die dem verteidigenden Team zugeordnet sind (1-5), um die Unterzahlsituation zu verschärfen.
Variation 3: Die Zeit für einen Angriffsversuch wird begrenzt (6-12 Sekunden).
Variation 4: Bei kleinen Teams (2x2) oder jüngeren SP kann der Startpunkt auf die Mittellinie verlegt werden.
Situation & Handlungskarten
Situation:
Eine*r deiner Mitspieler*innen hat während der Endphase des Spiels ein Foul vorgetäuscht. Die*der gegnerische Spieler*in sagt im Weggehen außerhalb der Hörweite der*des Schiris: „Was für eine Schwuchtel-Aktion!“
Handlungskarten:
dem Verband melden
an Schiri melden
Trainer*in informieren
Ordner*in informieren
eine Beratungsstelle kontaktieren
mit anderen Teams austauschen
im privaten Umfeld besprechen
in Kabine besprechen
mehr Informationen einholen
es dem gegnerischen Team „auf dem Platz“ zeigen
ignorieren
Person konfrontieren
andere aufmerksam machen
laut widersprechen
für Spielunterbrechung sorgen
für Spielabbruch sorgen
erklären, warum es queerfeindlich ist
Polizei rufen
auf Social Media posten
Vorfall protokollieren
Spielausschluss der*s Spielerin*s einfordern
mit Humor reagieren
nicht weiter damit beschäftigen
nach dem Spiel für Gespräch bereitstehen
Banner gegen Queerfeindlichkeit aufhängen
Regenbogenfahne aufhängen
Optionale Situation: Schmierereien an der Sporthalle:
Euer Verein ist in Aufruhr: Über Nacht wurde die Sporthalle mit queerfeindlichen Parolen beschmiert. Anstelle des Trainings versammelt ihr euch in der Kabine und überlegt gemeinsam, was ihr tun könnt.
Folgende Handlungskarten rausnehmen:
an Schiri melden, Trainer*in informieren, Ordner*in informieren, in Kabine besprechen, es dem gegnerischen Team „auf dem Platz“ zeigen, Person konfrontieren, laut widersprechen, für Spielunterbrechung sorgen, für Spielabbruch sorgen, Spielausschluss der*s Spielerin*s einfordern, nach dem Spiel für Gespräch bereitstehen, ignorieren.
Folgende Handlungskarten dazu nehmen:
Schmierereien entfernen/übermalen
dokumentieren
Aufklärungsplakate daneben kleben
Schutzkonzept entwickeln
Informationsmaterialien bereitstellen und verteilen
Aktionstag organisieren
Presse kontaktieren
Überwachungskameras anschaffen
