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Basketball

/

Rassismus

3.

Schiri hat’s nicht gehört

/

20

Min

Dilemmadebatte

  • Sportspezifische Ziele: Passen, Zusammenspiel, Spielverständnis, Bewegung ohne Ball, Freilaufen, Rebounding und Ausblocken


    Bildungsziele: Aushalten von Dilemmasituationen: es gibt keine „richtige“, allgemeingültige Lösung, Kennenlernen widerstreitender Gefühle und Werte, Wahrnehmung von Komplexität, Anregen von Perspektivwechsel

Ihr benötigt
  • 1 Ball

  • Dilemma-Situation ausgedruckt

  • 2 Taktiktafeln (alternativ: 2 Papierbögen)

  • mindestens 2 Stifte

Aufbau
  • in einer Hälfte spielen 2 Teams gegeneinander:

    • Grundlinie, Mittellinie und die Außenlinien bilden das Aus, das Brett des Korbs wird als Zielbereich genutzt

  • in der anderen Spielfeldhälfte wird die Dilemma-Station aufgebaut:

    • 2 Taktiktafeln mit Stiften

    • Handlungsoptionen (A und B) jeweils auf eine Taktiktafel oder große Papierbögen schreiben

Um die pädagogischen Inhalte bestmöglich umzusetzen, empfehlen wir euch vor Trainingsbeginn unsere Didaktischen Hinweisen nochmal durchzulesen

  • In dieser Übung ist es wichtig, zu vermitteln, dass es keine eindeutig “richtige” oder “falsche” Lösung für das Dilemma gibt. Es geht vielmehr darum, die Herausforderung einer Entscheidungsfindung in einer Dilemma-Situation sowie die guten Gründe für unterschiedliche Handlungsstrategien sichtbar zu machen. Somit gibt es in der anschließenden Diskussion auch keine “Auflösung” – der Fokus liegt stattdessen auf dem Erfahren der Vielschichtigkeit und Komplexität der Situation. Die Frage danach, wie ein guter Umgang mit rassistischen Situationen im Basketball aussehen kann, wird in der vierten Übung vertieft.


    Möglicherweise fällt es den SP schwer, gute Gründe für die Handlungsoption zu finden, die sie selbst nicht favorisieren. Hier gilt es, sie zu ermutigen, sich in die andere Perspektive hineinzuversetzen. Es geht an dieser Stelle nicht um das Begründen ihrer eigenen Meinung, sondern das Sichtbarmachen verschiedener Sichtweisen auf die Situation, um dadurch die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern.

Ablauf
  1. Zu Beginn wird den SP eine Situation erzählt, in der sie sich eine Person in einem Dilemma befindet. Die SP versetzen sich dabei in die Perspektive dieser Person. Ihnen werden zwei Optionen angeboten, auf das Dilemma zu reagieren. Die SP werden aufgefordert, sich für beide Optionen gute Gründe zu überlegen. Zu jeder Option gibt es eine Taktiktafel, die am Rande des Spielfelds aufgestellt ist und auf welche die SP in der Spielpause notieren sollen, welche Gründe für die jeweilige Option sprechen. Nachdem mögliche Rückfragen geklärt wurden, beginnt die Übung.

  2. Die SP werden in 3 Teams aufgeteilt. In der einen Hallenhälfte spielen Team A und B gegeneinander Brettball. In der zweiten Hallenhälfte bearbeitet Team C das Dilemma.

  3. Beim Brettball wirft die*der TR den Ball zu Beginn des Spiels ein. Ziel des Spiels ist es, einen Pass über das Brett des Korbs zu den eigenen Mitspieler*innen zu spielen, um so einen Punkt zu erzielen. Wird der Pass vom gegnerischen Team abgefangen, gibt es keinen Punkt. Auch wenn der Ball den Boden berührt, bevor er gefangen wird, gibt es keinen Punkt.

  4. Die*der SP in Ballbesitz darf dabei nicht laufen. Lediglich der Sternschritt ist erlaubt. Alle anderen SP dürfen sich frei im Feld bewegen.

  5. Das verteidigende Team versucht Pässe abzufangen und selbst in Ballbesitz zu kommen. Körperkontakt sowie den Ball aus der Hand zu schlagen ist nicht erlaubt. Wenn der Ball ins Aus geht, wechselt der Ballbesitz.

  6. Team C versammelt sich zu Beginn in der zweiten Hallenhälfte und erhält nochmal eine kurze Zusammenfassung der Situation. Die SP werden aufgefordert, sich jeweils für Option A und B Begründungen zu überlegen und diese auf der jeweiligen Taktiktafel zu notieren. In der ersten Runde sollen dabei Argumente für die eine Seite notiert werden, in der zweiten Runde für die andere Seite.

  7. Bevor sie etwas auf die Flipchart schreiben, dribbeln die SP jeweils mit einem eigenen Ball innerhalb ihrer Spielfeldhälfte zwei Runden im Kreis. Diese Dribbelphase können die SP nutzen, um über die Dilemma-Situation zu diskutieren.

  8. Hinweis: Die Anzahl an Dribbelrunden in der Dilemma-Spielfeldhälfte kann an Alter bzw. Laufgeschwindigkeit beliebig angepasst werden. Wichtig ist nur, dass ausreichend Zeit und Gelegenheit bleibt, um innerhalb der Gruppe zu diskutieren und die Begründungen auf den Taktiktafeln zu notieren.

  9. Nach 3 Minuten rotieren die Gruppen: Team C betritt das Spielfeld und spielt gegen A. Team B rückt auf zur Dilemmadebatte. Dies wird so lange fortgesetzt, bis sich jedes Team zweimal an der stillen Diskussion beteiligt hat

  10. Zum Schluss kommen alle zusammen und besprechen gemeinsam die Ergebnisse auf den Flipcharts. Hierbei muss es nicht zu einer Lösung kommen, es geht vielmehr darum, die Herausforderung einer Entscheidungsfindung in einer Dilemma-Situation sowie die guten Gründe für unterschiedliche Handlungsstrategien sichtbar zu machen. Mögliche Leitfragen sind: „War es schwierig, Gründe für die jeweilige Option zu finden? Wenn ja, warum?“, „Gab es Aha-Momente?“, „Was könnt ihr nachvollziehen, was nicht?“.

Variationen

Variation 1: Mindestanzahl an Pässen vorgeben, bevor ein Punkt erzielt werden kann.


Variation 2: Jede*r SP aus dem Team muss einmal den Ball gehabt haben, bevor ein Punkt erzielt werden kann.


Variation 3: Es darf nicht zu der*dem SP zurückgepasst werden, von der*dem man den Ball bekommen hat.


Variation 4: Die*der SP in Ballbesitz darf bei Bedarf ein kurzes Dribbling machen (Anzahl Schritte kann begrenzt werden).


Variation 5: Der Ball darf in der Verteidigung auch aus der Hand geschlagen werden.


Variation 6: Erlaubte Passart(en) vorgeben.

Dilemmasituation

Ihr habt euch als Team entschieden, entschlossen gegen Diskriminierung Haltung zu zeigen. Eine Überlegung war, dass ihr ein Spiel abbrecht und geschlossen das Feld verlasst, wenn es zu einer diskriminierenden Beleidigung durch das gegnerische Team kommt und die*der Schiri nicht handelt.


Bei einem eurer nächsten Ligaspiele steht es zu Beginn des 4. Viertels 52:47 für euch. Das Spiel ist hitzig, es kam bereits zu einigen Fouls und Beleidigungen. Ihr seid gerade am Drücker, als eine*r eurer Spieler*innen bei einem Zweikampf geschubst und mit “du Scheißtürke” angefeindet wird. Die*der Schiri reagiert auf das Gesagte nicht weiter.

Was wollt ihr tun?

Option A: Ihr bleibt bei eurem Vorsatz, das Spiel abzubrechen und euch zu weigern, weiter gegen das Team zu spielen, wenn die*der Schiri keine Maßnahmen ergreift.


Option B: Ihr spielt weiter und entscheidet später, wie ihr mit dem Vorfall umgehen wollt.

1.
Farbe bekennen
25
Min
2.
Memory
20
Min
3.
Schiri hat’s nicht gehört
20
Min
4.
Überzahl-Unterzahl
25
Min
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