Sportspezifische Ziele: Dribbling, Bewegen und Orientieren im Raum, Schulung des peripheren Sehens, Handlungsschnelligkeit
Bildungsziele: Einstieg und Zugang zum Thema, Auseinandersetzung mit eigenen Bezügen und Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit, Wahrnehmung und Aushalten von Multiperspektivität
Ihr benötigt
1 Ball pro SP
8 Hütchen (je 2x Rot, Weiß, Gelb, Blau)
2 Pylonen (Rot und Grün)

Aufbau
1 inneres Quadrat (12 x 12m) mit 4 verschiedenfarbigen Hütchen,
1 äußeres Quadrat (20 x 20m) mit 4 verschiedenfarbigen Hütchen
2 Pylonen markieren das Meinungsbarometer (Rot = stimme nicht zu, Grün = stimme zu)
Um die pädagogischen Inhalte bestmöglich umzusetzen, empfehlen wir euch vor Trainingsbeginn unsere Didaktischen Hinweisen nochmal durchzulesen
Diese Übung besteht aus sechs aufeinander aufbauenden Aussagen, welche die SP in die Lage versetzen sollen, ihre Lebensrealität mit dem Thema zu verknüpfen und eigene Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit (oder anderen Diskriminierungsformen) zu artikulieren. Wichtig ist es herauszustellen, dass es bei der Übung nicht um „richtig oder falsch“ geht, sondern um das Sichtbarmachen verschiedener Perspektiven und Standpunkte. Es gibt die Möglichkeit, im Laufe des Austausches den Standpunkt zu wechseln. Das Begründen des Standpunkts auf dem Barometer ist freiwillig und soll nicht diskutiert oder infrage gestellt werden.
Im Anschluss an die Übung kann die*der TR mit Hilfe der Hinweise zu den jeweiligen Barometeraussagen ein kurzes Gespräch über die Übung und die Inhalte anregen.
Ablauf
Die SP dribbeln im inneren Quadrat und weichen sich gegenseitig aus.
Auf das Kommando „Jetzt!“ müssen alle SP schnellstmöglich ein beliebiges Hütchen des äußeren Quadrats schnellstmöglich umdribbeln.
Nach den ersten zwei Probedurchgängen ruft die*der TR statt „Jetzt!“ eine Aussage von außen herein (siehe sechs Beispielaussagen unten).
Die SP dribbeln erneut um eines der äußeren Hütchen und positionieren sich anschließend zu der Aussage auf dem Meinungsbarometer.
Die TR nutzen die Erholungspause und besprechen mit den SP die Aussage und ihre Positionierungen. Je nach Fortschreiten der Zeit können dabei 2-4 SP pro Aussage zu Wort kommen.
Dieses Schema wird mit unterschiedlichen Dribbelvorgaben (z.B. nur linker Fuß, nur rechter Fuß, pendeln, Übersteiger etc.) und Aussagen vier bis sechs Mal wiederholt.
Variationen
Variation 1: Die SP tauschen untereinander verschiedenfarbige Hütchen aus. Auf TR-Kommando dribbeln alle SP um das äußere Hütchen mit der Farbe, die sie gerade in der Hand halten.
Variation 2: Die SP übergeben sich die Bälle beim Dribbling und sagen dabei den Namen der Person, mit der sie den Ball tauschen.
Variation 3: Zusätzlich zum Dribbeln und Ballübergeben am Boden gibt die*der TR einen weiteren Ball in die Gruppe (je nach Leistungsstand auch mehr), den sich die SP per Hand beliebig zuwerfen.
Variation 4: Je nach Tempo und Grad der Belastung werden nur die Hütchen des inneren Quadrats umdribbelt.
Aussagen
Ice-Breaker: z.B. „Mein Team ist das beste der Welt.”/”Unser Team wird diese Spielzeit aufsteigen.”
Hinweis: Diese Aussage kann je nach Kontext des Trainings angepasst werden und dient dazu, einen lockeren Einstieg und das Einüben der Aufgabe zu ermöglichen.
Diskriminierung ist im Sport weit verbreitet.
Hinweis: Mit dieser weit gefassten Frage soll den SP die Möglichkeit angeboten werden, ihre Bezüge zum Thema sichtbar zu machen und ggf. auch eigene Diskriminierungserfahrungen zu teilen. Zudem bietet es sich an, zu fragen, was genau unter „Diskriminierung” zu verstehen ist.
Das Wort „schwul“ ist eine Beleidigung.
Hinweis: Zunächst ist „schwul“ keine Beleidigung, sondern eine Bezeichnung für Männer, die sich emotional und/oder sexuell zu Männern hingezogen fühlen. Allerdings wird das Wort häufig in einem beleidigenden Kontext verwendet. „Schwul“ steht dabei für eine vermeintlich verweichlichte Männlichkeit und wird als Beleidigung genutzt, um jenen Männern das „Mann-sein” abzusprechen. Als Beleidigung genutzt ist der Begriff daher queerfeindlich.
Ich finde es wichtig, geschlechtliche Vielfalt im Sport sichtbar zu machen.
Hinweis: Jeder fünfte queere Mensch in Deutschland verzichtet auf die Teilnahme an Sportangeboten aus Angst, diskriminiert zu werden. Im Fußball beispielsweise ist Queerfeindlichkeit nach Sexismus und Rassismus die dritthäufigste verbale und tätliche Diskriminierungsform. Wie offen und sicher mit geschlechtlicher Vielfalt umgegangen wird, hängt noch immer von den Strukturen in der Gesellschaft und den Strukturen des Sports ab.
Ich habe im Fußball schon mal Queerfeindlichkeit mitbekommen.
Hinweis: Auch im Fußball fehlt häufig das Bewusstsein für Queerfeindlichkeit und dessen konkrete Erscheinungsformen. Wenn die SP sich hier alle bei „nein” positionieren, ist das ggf. ein Zeichen dafür, dass es dazu noch mehr Sensibilisierung braucht, für die im Laufe des pädagogischen Trainings Raum gegeben werden sollte und es bietet sich an, die Frage auf „Diskriminierung” allgemein auszuweiten.
Ich weiß, wie ich bei einem queerfeindlichen Vorfall reagieren kann.
Hinweis: Es können erst einmal Gedanken, Ideen und Handlungsvorschläge der SP gesammelt werden. Falls konkrete Situationen genannt werden, mit denen die SP nicht umzugehen wissen, ist das kein Problem. Umgangsstrategien sind der Schwerpunkt der 3. und 4. Übung – ggf. können hier die eingebrachten Situationen aufgegriffen und besprochen werden.
Wenn die Zeit knapp wird, kann diese These ggf. weggelassen werden.
