Sportspezifische Ziele: Technik des oberen Zuspiels verbessern, Abspielen im oberen Zuspiel in Richtung eines Zieles, Fußkoordination und Fußstellung beim Abspiel, Körperhaltung beim Abspiel
Bildungsziele: Einstieg und Zugang zum Thema, Auseinandersetzung mit eigenen Bezügen und Erfahrungen mit Sexismus, Wahrnehmung und Aushalten von Multiperspektivität
Ihr benötigt
1 Ball pro SP
2 kleine Matten
2 Pylonen (Rot und Grün)

Aufbau
Das Volleyballnetz ist aufgebaut
1Ball pro SP
Bodenmarkierungen an den Ecken des Volleyballspielfeldes
2 kleine Matten etwa auf der 3m-Linie
2 Pylonen (Rot und Grün für ja/nein) entlang des Netzes oder entlang der Seitenlinie bilden das Meinungsbarometer
Um die pädagogischen Inhalte bestmöglich umzusetzen, empfehlen wir euch vor Trainingsbeginn unsere Didaktischen Hinweisen nochmal durchzulesen
Diese Übung besteht aus sechs aufeinander aufbauenden Aussagen, welche die SP in die Lage versetzen sollen, ihre Lebensrealität mit dem Thema zu verknüpfen und eigene Erfahrungen mit Sexismus (oder anderen Diskriminierungsformen) zu artikulieren. Wichtig ist es herauszustellen, dass es bei der Übung nicht um "richtig oder falsch" geht, sondern um das Sichtbarmachen verschiedener Perspektiven und Standpunkte. Es gibt die Möglichkeit, im Laufe des Austausches den Standpunkt zu wechseln. Das Begründen des Standpunkts auf dem Barometer ist freiwillig und soll nicht diskutiert oder infrage gestellt werden.
Im Anschluss an die Übung kann die*der TR mit Hilfe der Hinweise zu den jeweiligen Barometeraussagen ein kurzes Gespräch über die Übung und die Inhalte anregen.
Ablauf
Die SP stellen sich an der 3m-Linie auf beiden Seiten in Reihen hintereinander auf, der Blick geht in Richtung der kleinen Matte auf der gegenüberliegenden Seite. Alle haben einen eigenen Ball.
Der Ball wird über sich selbst angeworfen und dann über das Netz möglichst auf die Matte gepritscht.
Die*Der SP läuft dem eigenen Ball hinterher und stellt sich auf der anderen Seite wieder an.
Nachdem alle SP mindestens einmal dran waren, gibt es ein Stoppsignal und die*der TR ruft eine Aussage von außen herein (siehe 6 Beispielaussagen unten)
Die SP positionieren sich anschließend zu der Aussage auf dem Meinungsbarometer (bei Bedarf 1-2 Probedurchläufe durchführen). Je nach Zeit können dabei 2-4 SP pro Aussage auf freiwilliger Basis zu Wort kommen.
Dieses Schema wird mit unterschiedlichen Variationen und wechselnden Aussagen vier bis sechs Mal wiederholt.
Variationen
Variation 1: Den Ball nach dem Pass über das Netz einsammeln und Sprints oder Laufschule bis zur Aufschlaglinie der gegenüberliegenden Seite machen.
Variation 2: Ein*e Zuspieler*in wird eingebaut mit dem Blick zur*m ersten SP in der Reihe. Die*Der SP spielt den Ball zur*m Zuspieler*in, bekommt den Ball zurück und spielt diesen über das Netz möglichst auf die kleine Matte.
Variation 3: Nachdem die*der SP den Ball über das Netz gespielt hat, werden die Positionen weitergegeben. Zuspieler*in holt den Ball und stellt sich in Reihe hinten an. Die*der SP wird zur*m neuen Zuspieler*in.
Variation 3: Die Zielmatten können beliebig verschoben werden. Beispielsweise können nach drei Aussagen die Matten ans andere Ende des Netzes verschoben werden, um das Zuspiel aus der entgegengesetzten Richtung zu üben.
Variation 4: Die dritte Ballberührung kann im Sprung ausgeführt werden, je nach Leistungsstand auch mit Stemmschritt.
Aussagen
Ice-Breaker: z.B. “mein Team ist das beste der Welt”/”Unser Team wird diese Spielzeit aufsteigen”
Hinweis: Diese Aussage kann je nach Kontext des Trainings angepasst werden und dient dazu, einen lockeren Einstieg und das Einüben der Aufgabe zu ermöglichen.
Diskriminierung ist im Sport weit verbreitet.
Hinweis: Mit dieser weit gefassten Frage soll den SP die Möglichkeit angeboten werden, ihre Bezüge zum Thema sichtbar zu machen und ggf. auch eigene Diskriminierungserfahrungen zu teilen. Zudem bietet es sich an, zu fragen, was genau unter “Diskriminierung” zu verstehen ist.
Aussagen über das Aussehen von Spielerinnen sind keine Beleidigungen.
Hinweis: Zunächst sind Aussagen über das Aussehen nicht per se beleidigend. Allerdings wird besonders das Aussehen von Mädchen und Frauen häufig anzüglich, chauvinistisch und sexistisch kommentiert. Indem das Aussehen einer Spielerin in den Vordergrund gerückt wird (auch medial), macht es ihre Spielkompetenzen und -fähigkeiten auf dem Platz unsichtbar oder nachrangig. Letztere sollten aber im Sinne des Sports im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen.
Männer sind sportlicher als Frauen.
Hinweis: Sexismus drückt sich auch durch stereotypisierte Vorstellungen über weibliche, männliche und nicht-binäre Körper aus, wie Menschen aufgrund ihres Geschlechts „seien“ oder „zu sein haben“. Die Aussage entwertet die Sportlichkeit von Frauen gegenüber der von Männern und ist wissenschaftlich nicht haltbar. Sportlichkeit wird hier abstrakt zusammengefasst und auf ein Merkmal reduziert, anstatt auf die vielfältigen Faktoren, die sportliche Leistungsfähigkeit ausmachen (z. B. Trainingsdauer, Körperbau, körperliche und psychische Fähigkeiten und Einschränkungen), einzugehen. Zudem wird dabei die geschlechtsspezifische Sozialisation und dessen maßgebliche Effekte auf die (spätere) Sportlichkeit nicht berücksichtigt. Gleichzeitig schwingt mit, dass man als Mann oder Junge sportlicher als Frauen und Mädchen sein muss, um als “richtig männlich” anerkannt zu werden.
Ich habe im Volleyball schon mal Sexismus mitbekommen.
Hinweis: Auch im Volleyball fehlt häufig ein Bewusstsein für Sexismus und dessen konkrete Erscheinungsformen. Wenn die SP sich hier alle bei “nein” positionieren, ist das ggf. ein Zeichen dafür, dass es noch mehr Sensibilisierung braucht, für die im Laufe des pädagogischen Trainings Raum gegeben werden sollte und es bietet sich an, die Frage auf “Diskriminierung” allgemein auszuweiten. Das Thema Sexismus kann vor allem bei Jugendlichen schambehaftet sein. Das Problem zu benennen, kann eine Überwindung darstellen. Dabei drängen sexistische Rollenbilder sowohl Mädchen und Frauen, nicht-binäre, inter und trans* Personen, als auch Jungen und Männer zu stereotypen Verhalten und schränken sie in ihrer Selbstentfaltung ein.
Ich weiß, wie ich bei einem sexistischen Vorfall reagieren kann.
Hinweis: Es können erst einmal Gedanken, Ideen und Handlungsvorschläge der SP gesammelt werden. Falls konkrete Situationen genannt werden, mit denen die SP nicht umzugehen wissen/wussten und unsicher sind, ist das kein Problem. Strategien zum Umgang mit Vorfällen sind der Schwerpunkt der 3. und 4. Übung - ggf. können hier die eingebrachten Situationen aufgegriffen und besprochen werden.
