Volleyball
Rassismus
Wir machen dein Team stark gegen Hass und Ausgrenzung, indem wir ein volleyballdidaktisch hochwertiges Training mit Methoden der politischen Bildung verbinden. Dadurch ermöglichen wir eine niedrigschwellige Auseinandersetzung mit gesellschaftspolitischen Fragen im Rahmen des regulären Vereinstrainings – ohne extra Zeitaufwand und ohne Einbußen der Trainingsqualität. Die 90-minütige Trainingseinheit besteht aus vier Übungen, in denen jeweils sowohl volleyballerische Fähigkeiten trainiert als auch Inhalte zum Thema Rassismus vermittelt werden. Dabei findet dein Team eigene Zugänge zum Thema Rassismus, setzt sich mit unterschiedlichen Erscheinungsformen auseinander und erhält ein tiefergreifendes Verständnis dafür. Anschließend erarbeitet ihr euch eure eigenen Handlungsoptionen für den Umgang mit Rassismus im Volleyball.
Was ist Rassismus?
Rassismus ist eine Diskriminierungsform, die sich durch Abwertung, Andersbehandlung oder Unterdrückung von Menschen aufgrund von Hautfarbe oder (angenommener) Herkunft, Religion oder Ethnie ausdrückt. Der „moderne“ Rassismus ist in der pseudowissenschaftlichen „Rassenlehre“ des 19. Jahrhunderts begründet, die von den weißen europäischen Kolonialmächten als Rechtfertigungsgrundlage genutzt wurde, um Menschen in anderen Teilen der Welt zu unterdrücken, zu versklaven und zu ermorden. Zahlreiche moderne wissenschaftliche Untersuchungen haben jedoch belegt, dass es keine menschlichen „Rassen“ gibt.
Rassismus richtet sich gegen viele verschiedene Menschen. Verbindend ist für alle, dass sie nicht weiß sind. Die Begriffe „weiß“ und „Schwarz“ beziehen sich allerdings nicht nur auf die Hautfarbe, sondern drücken auch die geteilten Erfahrungen aus, die Personen aufgrund zugeschriebener rassistischer Merkmale machen. Dabei unterscheiden sich die diskriminierenden Aussagen und Handlungen jedoch, abhängig davon gegen welche rassifizierte Gruppe sie sich wenden. Ein Sammelbegriff für nicht-weiße Menschen ist BIPoC (Black People, Indigenous People, People of Colour), welcher jedoch nicht die unterschiedlichen Erfahrungen verschiedener rassifizierter Gruppen abbildet und daher nicht von allen Betroffen als Selbstbezeichnung genutzt wird.
Wie zeigt sich Rassismus?
Rassismus tritt in unterschiedlichen Formen auf. Auf individueller Ebene zeigt sich Rassismus z. B. durch abwertende oder exotisierende Kommentare aufgrund rassistischer Stereotype. Dabei gibt es Unterschiede in Bezug auf die diskriminierte Gruppe. Während manche Betroffenengruppen primär über biologistische Stereotype (mit Bezug auf ihren Körper und damit konnotierte Eigenschaften) abgewertet werden, werden andere Gruppen aufgrund von kulturalistischen Stereotypen (z. B. vermeintliche Herkunft/Religionszugehörigkeit) abgewertet. Auf struktureller Ebene erfahren von Rassismus betroffene Menschen z. B. Benachteiligungen bei der Jobsuche oder auf dem Wohnungsmarkt.
Rassismus im Sport
Neben verbalen und körperlichen Angriffen aufgrund von rassistischen Ressentiments durch Fans, Sportler*innen und Funktionär*innen, kommen im Sport vor allem rassistische Stereotype zum Tragen, die sich auf den Körper beziehen. So wird z. B. manchen rassifizierten Gruppen eine besonders ausgeprägte körperliche Leistungsfähigkeit (Schnelligkeit, Kraft) zugeschrieben, während ihnen zugleich mangelnde Intelligenz und Faulheit angelastet wird. Dies führt zu einer einseitigen Beurteilung der Leistungsfähigkeit der Sportler*innen und schließt sie zugleich von bestimmten Positionen, insbesondere auf der Funktionärs- und Entscheidungsebene aus.
Der erste Schritt der Bekämpfung von Rassismus ist, sich Wissen über die Diskriminierungsform und ihre gesellschaftliche Verankerung anzueignen.
Weiterführende Informationen und Initiativen:
Abkürzungen
Da wir stets männliche, weibliche und diverse Personen mitdenken wollen, verwenden wir bewusst eine geschlechtersensible Sprache unter Verwendung des Gendersternchens (*). Im Sinne der besseren Lesbarkeit verwenden wir folgende Abkürzungen:
SP = Spieler*in(nen)
TR = Trainer*in(nen)
Schiri = Schiedsrichter*in

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