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Volleyball

/

Rassismus

3.

Schiri hat’s nicht gehört

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20

Min

Dilemmadebatte

  • Sportspezifische Ziele: Hohes Pritschen, Kooperation und Kommunikation, Ich-Rufen, Konzentration trotz körperlicher Anstrengung


    Bildungsziele: Aushalten von Dilemmasituationen: es gibt keine „richtige“, allgemeingültige Lösung, Kennenlernen widerstreitender Gefühle und Werte, Wahrnehmung von Komplexität, Anregen von Perspektivwechsel

Ihr benötigt
  • 1 Ball pro Spielfeld

  • 1 Dilemma-Situation ausgedruckt

  • 2 Flipcharts/Taktiktafeln/große Papierbögen

  • mindestens 2 Marker/Stifte

Aufbau
  • Kleine Halle oder Hallendrittel bei Großhalle, großer Kasten in der Mitte mit 2 Flipcharts/Taktiktafeln für „Option A“ und „Option B“, ausgedruckte Dilemmata-Situation, Stifte

  • An den kurzen Wandseiten werden Spielfelder abgesteckt, möglichst in einer Hallenecke, damit eine Seitenwand idealerweise als seitliche Bande benutzt werden kann.

  • Spielfeldlänge: etwa 3-4m von der Wand. Breite: etwa ein Drittel bis die Hälfte der kurzen Hallenwandseite, Seitenbegrenzung durch die Seitenwand.

  • An der Wand wird ein Zielbereich festgelegt, in den der Ball gespielt werden muss. Zielbereich: beginnt in 2,5m Höhe und reicht bis zur Decke. Breite entsprechend der Spielfeldbegrenzung, ggf. inklusive der Seitenwand, die als seitliche Bande benutzt werden kann.

Um die pädagogischen Inhalte bestmöglich umzusetzen, empfehlen wir euch vor Trainingsbeginn unsere Didaktischen Hinweisen nochmal durchzulesen

  • In dieser Übung ist es wichtig, zu vermitteln, dass es keine eindeutig “richtige” oder “falsche” Lösung für das Dilemma gibt. Es geht vielmehr darum, die Herausforderung einer Entscheidungsfindung in einer Dilemma-Situation sowie die guten Gründe für unterschiedliche Handlungsstrategien sichtbar zu machen. Somit gibt es in der anschließenden Diskussion auch keine “Auflösung” – der Fokus liegt stattdessen auf dem Erfahren der Vielschichtigkeit und Komplexität der Situation. Die Frage danach, wie ein guter Umgang mit rassistischen Situationen im Volleyball aussehen kann, wird in der vierten Übung vertieft.


    Möglicherweise fällt es den SP schwer, gute Gründe für die Handlungsoption zu finden, die sie selbst nicht favorisieren. Hier gilt es, sie zu ermutigen, sich in die andere Perspektive hineinzuversetzen. Es geht an dieser Stelle nicht um das Begründen ihrer eigenen Meinung, sondern das Sichtbarmachen verschiedener Sichtweisen auf die Situation, um dadurch die eigenen Handlungsspielräume zu erweitern.

Ablauf
  1. Zu Beginn wird den SP eine Situation erzählt, in der sich eine Person in einem Dilemma befindet. Die SP versetzen sich dabei in die Perspektive dieser Person. Ihnen werden zwei Optionen angeboten, auf das Dilemma zu reagieren. Die SP werden aufgefordert, sich für beide Optionen gute Gründe zu überlegen.

  2. Zu jeder Option gibt es eine Flipchart, die am Rande des Spielfelds aufgestellt ist und auf die die SP in der Spielpause notieren sollen, welche Gründe für die jeweilige Option sprechen. Nachdem mögliche Rückfragen geklärt wurden, beginnt die Übung.

  3. Zunächst werden mindestens fünf Teams gebildet (3 Teams, wenn nur auf eine Ecke gespielt wird). Vier Teams verteilen sich auf die zwei Spielfelder, gespielt wird auf beiden Seiten 2 gegen 2, die Gruppe(n) in Warteposition beschäftigen sich mit der Dilemma-Situation.

  4. Das Spiel beginnt, indem ein Team von hinter der grünen Linie in den festgelegten Wandbereich pritscht. Ähnlich wie beim Squash soll der Ball so in den festgelegten Bereich gespielt werden, dass die Gegner*innen nicht in der Lage sind, ihn wieder in den Bereich zu spielen. Als Technik ist nur das obere Zuspiel (Pritschen) erlaubt.

  5. Wie beim Volleyball, zählt der Ball als “aus”, wenn er außerhalb des Spielfelds auf den Boden fällt oder außerhalb des markierten Bereichs an der Wand landet. Je Team ist immer nur eine Ballberührung erlaubt, dann müssen die Gegner*innen an den Ball. (Für das Üben des Zuspiels Variation mit einbauen).

  6. Das Team, das den Ball zuletzt korrekt in das Feld spielt, erhält einen Punkt. Gewonnen hat das Team, das zuerst 3 Punkte (nach Fähigkeitslevel anpassbar) hat. Die Teams wechseln reihum die Stationen, so dass jedes Team an der Dilemma-Debatte beteiligt ist.

  7. Die Spielzeit sollte so angepasst werden, dass jedes Team an der Dilemmadebatte teilnehmen kann und abschließend ausreichend Zeit (mind. 5 min) für die Nachbesprechung bleibt.

  8. Fairplay-Regel: sich nicht in den Weg stellen, sondern den Gegner*innen Platz machen und somit die Möglichkeit geben, den Ball zu erreichen

  9. Zum Schluss kommen alle zusammen und besprechen gemeinsam die Ergebnisse auf den Flipcharts. Hierbei muss es nicht zu einer Lösung kommen, es geht vielmehr darum, die Herausforderung einer Entscheidungsfindung in einer Dilemma-Situation sowie die guten Gründe für unterschiedliche Handlungsstrategien sichtbar zu machen. Mögliche Fragen sind: „War es schwierig, Gründe für die jeweilige Option zu finden? Wenn ja, warum?“, „Gab es Aha-Momente?“, „Was könnt ihr nachvollziehen, was nicht?“.

Variationen

Variation 1: Zwei oder drei Mal innerhalb des Teams spielen, bevor der Ball an die Wand geht


Variation 2: Baggern auch erlaubt


Variation 3: Aufschlag durch leichten Schlag an die Wand


Variation 4: Angriffsschlag erlaubt

Dilemmasituation

Ihr habt euch als Team entschieden, entschlossen gegen Diskriminierung Haltung zu zeigen. Eine Überlegung war, dass ihr ein Spiel abbrecht und geschlossen das Feld verlasst, wenn es zu einer diskriminierenden Beleidigung durch das gegnerische Team kommt und die*der Schiri nicht handelt.

 

Bei einem eurer nächsten Ligaspiele steht es im zweiten Satz 17:14. Das Spiel ist hitzig, es kam bereits zu beleidigenden Kommentaren. Ihr habt gerade einen wichtigen Ballwechsel gewonnen, als eine*r eurer Spieler*innen mit “du Scheißtürke” angefeindet wird. Die*der Schiri reagiert auf das Gesagte nicht weiter.

 

Was wollt ihr tun? 

 

Option A: Ihr bleibt bei eurem Vorsatz, das Spiel abzubrechen und euch zu weigern, weiter gegen das Team zu spielen, wenn die*der Schiri keine Maßnahmen ergreift.

 

Option B: Ihr spielt weiter und entscheidet später, wie ihr mit dem Vorfall umgehen wollt.

1.
Farbe bekennen
25
Min
2.
Memory
20
Min
3.
Schiri hat’s nicht gehört
20
Min
4.
Überzahl-Unterzahl
25
Min
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